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Luzerner Theater mit Uraufführungen

Marcello Viotti in München gestorben

Basler  MuseumsMusikWoche

Claudio Abbado verlängert Vertrag in Luzern

Unvollendete c-Moll-Messe von Mozart ergänzt

Musik-Kurswochen in Arosa europaweit mit dem grössten Angebot

Das Trio Tecchler ist Gewinner des Prix CREDIT SUISSE Jeunes Solistes

Europäischer Kompositionspreis für den Freiburger André Ducret

Original-Orchester-Partitur von "Hoffmanns Erzählungen" entdeckt

Thomas Rösner neuer Chefdirigent des Bieler Symphonieorchesters

Auftakt für Jubiläum "500 Jahre Musikerfamilie Bach" 

Auszeichnung für die  Violoncellistin Sol Gabetta

BBC überträgt tonlose Komposition von John Cage live im Radio

Neuer Chefdirigent für das Luzerner Sinfonieorchester

Luzerner Mozart-Preis für Brigitte Lang und Ivo Gass

LUCERNE FESTIVAL ACADEMY erteilt zwei Kompositionsaufträge

Bieler Kulturpreis für Martin Schütz

Beethoven-Manuskript für 1,68 Millionen Euro versteigert

Waadtländer Komponist Jean-François Bovard 55-jährig gestorben

Fünf Preise für Interpreten zeitgenössischer Musik 

Strömungsmechaniker aus Dresden revolutioniert das Fagott

Chefdirigent Philippe Jordan verlässt Grazer Oper

Marek Janowski wird Leiter des Orchestre de la Suisse Romande

Europäischer Kulturpreis für Michael Haefliger und LUCERNE FESTIVAL 

Violinist Tibor Varga im Wallis gestorben

Salopper Dirigent zum Abschluss der Salzburger Festspiele

Verschollene Passion von Bach-Sohn erstmals im Konzert

Preis für den Pianisten Pawel Mazurkiewicz am Lucerne Festival

Zwei erste Preise beim 37. Violin-Wettbewerb Tibor Varga

Lucerne Festival geht neue Partnerschaft ein 

Luzerner Sinfonieorchester in der Konzertsaison 2003/04

Christoph Schlingensief inszeniert 2004 "Parsifal" in Bayreuth

12. Eurovisionswettbewerb für junge Musiker 2004 in Luzern

Bachfest Leipzig verzeichnet 42 000 Besucher aus aller Welt

Erster Karajan-Musikpreis geht an Geigerin Anne-Sophie Mutter

SCHUBERTS Winterreise im Zürcher Schauspielhaus

Japanische Organisation «Freunde von LUCERNE FESTIVAL» gegründet

Luzerner Sinfonieorchester hat neuen Konzertdirektor

Weltweit älteste Piano-Manufaktur Broadwood geschlossen

Festival "les muséiques" bringt klassische Musik in Basler Museen

Akustik der Jesuitenkirche korrigiert

Schweizer Venzago neuer Chefdirigent der Göteborger Symphoniker

 Ingo Metzmacher wird Chefdirigent in Amsterdam

2006 stehen 200 Städte Europas im Zeichen der Musik von Mozart

Komponist Wolfgang Rihm erhält Ernst von Siemens Musikpreis

Erfolg für Eröffnungspremiere des Musiktheaters "Begehren"

Wachsende Beliebtheit der Klaviermusik

Cellist aus Deutschland gewinnt Wettbewerb Emanuel Feuermann

Lucerne Festival Piano 2002 in Luzern beginnt

Bundesverdienstkreuz für Daniel Barenboim 

Der Musikakademie Basel geht das Geld aus

UNESCO-Musikpreis an Pianistin und arabisches Musikzentrum

Dirigent Ashkenazy wechselt von Prag nach Tokio

Auszeichnung für Pianist Pawel Mazurkiewicz

Marko Letonja wird neuer Chef des Sinfonieorchesters Basel

Prix Italia für schweizerisch-französischen Dokumentarfilm

    Musiker trainieren via Internet     

   Geschlechterrollen manifestieren sich im Vorschulalter  

 "I Sinfonietti 01" - Neues Orchester mit eigenwilligem Konzept  

Gehirn unterstützt Gehörlose beim Musikgenuss

Klaus Huber: Oper "Schwarzerde" in Basel

Europäischer Musikmonat in Basel eröffnet

Gewinner des "Masterprize"-Wettbewerbs

Uraufführung der Oper «Nathans Tod» begeistert aufgenommen

Schweizerisches Tonkünstlerfest in Zug verschoben

Drei Einakter Hindemiths erstmals seit 1934 wieder komplett

Ukrainische Regierung beschließt Rückgabe des Bach-Archivs

Lachenmann-Oper in Paris ausgepfiffen - Musik ohne jedes Interesse

Siemens schickt Haydn um die Welt

639 Jahre Orgelklang - John-Cage-Projekt beginnt in Halberstadt

UNESCO-Musikpreis an Geiger Gidon Kremer und Sängerin Oumou Sangare

Künstlerdorf schlägt neue Töne an: Erstes Musikstipendium vergeben

Barenboim will weiterhin in Israel auftreten

Ungarischer Komponist Kurtag erhält Tübinger Hölderlinpreis 2001

Marcello Viotti neuer "Direttore Musicale" des Teatro La Fenice

Der Dirigent Adam Fischer ist der große Gewinner in Bayreuth

"KKL IN FLAMMEN" - Hommage an Prometheus von "Groupe F"

Vater der musikalischen Moderne Arnold Schönberg starb vor 50 Jahren

Musikhistoriker Reinhold Brinkmann mit Siemens-Musikpreis geehrt

Doris Dörrie inszeniert Mozart-Oper: «Ich verstehe nichts davon»

Sir John Eliot Gardiner erhält Zwickauer Robert-Schumann-Preis

Musiker haben mehr graue Gehirnsubstanz

Krystian Zimerman am Festival "Musique&Amitié"

Menuhin Festival Gstaad 2001 mit klangvollen Namen

Dostojewskijs Roman «Der Idiot» als Oper

Die «Zauberflöte» und ihre neue alte Fortsetzung

Kämpfer für die zeitgenössische Musik - Friedrich Cerha wird 75

Stuttgarter Festival für Neue Musik mit 17 Uraufführungen

Komponist Stockhausen bekommt renommierten Polar-Musikpreis

Menuhin Festival Gstaad: Christoph Müller neuer künstlerischer Leiter

Ukraine kündigt Rückgabe von Bach-Nachlass an Deutschland an

Deutsches Musikarchiv digitalisiert Werke von DDR-Komponisten

Berliner Philharmoniker für mehrere Grammys nominiert

Barenboim erhält 3,5 Millionen vom Bund

Kein Ausweg: Jubel für Aribert Reimanns Oper «Bernarda Albas Haus»

Erstes Wagner-Konzert in Israel von scharfen Protesten begleitet

Uraufführung von Reimanns Oper «Bernarda Albas Haus» in München

Madrigale der venezianischen Komponistin Barbara Strozzi

MP3.com schliesst Abkommen mit Musikindustrie

Internet-Marktplatz für gebrauchte Bücher

USA: RIAA gründet Lizenzpool für Online-Musik

7. Europäisches Jugendmusik-Festival 2002 in der Schweiz

Amazon.de bietet Gratis-Musikdownload an

Festival Musique&Amitié 2000  

Schwedin gewinnt Slokar-Posaunenwettbewerb

Erster Preis ging ans Mondrian-Ensemble

 

30.8.2003 Bieler Tagblatt

Lucerne Festival

Aussergewöhnliches und ganz normal Gutes

Das diesjährige Lucerne Festival begann fulminant mit den Auftritten des von Claudio Abbado gebildeten neuen Festivalorchesters. Inzwischen ist nach zwei Festivalwochen wieder ein bisschen Alltag eingekehrt.

Daniel Andres

Das Festival von Luzern ist nicht nur das wichtigste der Schweiz, es konkurriert auch mit den grossen Anlässen in Europa, insbesondere mit Salzburg, wobei dort neben sinfonischer Musik auch die Oper seit je im Zentrum steht.

Das Tüpfelchen auf dem i bildete dieses Jahr in Luzern das eigene Festivalorchester, das Claudio Abbado um sich geschart hatte und das am Eröffnungstag bei Publikum und Kritik für Furore sorgte. Auch die nachfolgenden Konzerte, vor allem die zwei Aufführungen der zweiten Sinfonie in c-moll von Gustav Mahler, der „Auferstehungs"-Sinfonie, waren echte Ereignisse, die haften bleiben und den künftigen Massstab bestimmen.

Im Orchester sassen ja neben dem Grundstock des Gustav Mahler-Kammerorchesters ganze Kammermusikensembles wie das Hagen-Quartett, das Bläserensemble von Sabine Meyer und ehemalige wie amtierende Stimmführer etwa der Berliner und der Wiener Philharmoniker und dazu noch etliche Solisten, aber alle auch mit Orchestererfahrung unter Abbado. So musste Abbado die Musik nicht aus dem Orchester heraus holen, sondern man spürte förmlich, wie jeder Bläser und jeder Tuttigeiger in jedem Augenblick sein Allerbestes gab. Was nicht selbstverständlich bei dieser Besetzung ist: Das Orchester klang in jedem Register und als Ganzes hervorragend und leistete mit dem Dirigenten zusammen eine hoch erfüllte interpretatorische Identifikation mit dem Werk, so dass sogar Einwände gegen die Komposition, die auch heterogen wirken kann, verstummen mussten. Ausgezeichnete Solisten – die Sopranistin Eteri Gvazava und die Mezzosopranistin Anna Larsson – sowie der schlicht unübertreffliche Chor ‚Orfeón Donostiarra´ aus Spanien trugen zu einer Aufführung von kaum zu überbietender Tiefenwirkung bei.

Offenbar konnte das erste der sechs eingeladenen Residenzorchester, das Pittsburgh Symphony Orchestra unter Mariss Jansons, in drei Konzerten das vorgegebene Niveau halten und nicht bloss perfekte Wiedergaben, sondern interessante und in die Substanz der Werke schürfende Aufführungen liefern.

Es folgte das Gustav Mahler-Jugendsinfonieorchester unter dem als „Artiste étoile" eingeladenen Hamburger Dirigenten Ingo Metzmacher. Der zu den jüngeren „Pultstars" zählende Metzmacher bot mit dem jungen Orchester wie von ihm erwartet neuere Musik mit den „Offrandes oubliées" von Olivier Messiaen und dem „Concerto funèbre" für Violine und Streichorchester von Karl Amadeus Hartmann. Beide Interpretationen von unwahrscheinlicher Klangqualität und auch mit Tiefgang, wozu der Geiger Leonidas Kavakos mit unglaublicher Klangschönheit und Verinnerlichung entscheidend beitrug. Die nachfolgende fünfte Sinfonie von Gustav Mahler war wiederum ein eindringliches Erlebnis. Zum einen konnte man unmittelbar mit der drei Wochen vorher stattgefundenen Aufführung eines andern Jugendorchesters der Spitzenklasse, dem „UBS Verbier Festival Youth Orchestra" unter James Levine, vergleichen. Während Levine unter akustisch schlechteren Bedingungen auf Klarheit und Transparenz setzte, arbeitete Metzmacher im akustisch hervorragenden grossen Saal des KKL Luzern auf Plastizität und holte jede noch so scheinbar unbedeutende motivische Beziehung aus einem äusserst intensiv mitgehenden Orchester heraus.

Etwas Ernüchterung folgte bei den Auftritten des „Concertgebouw"-Orchesters aus Amsterdam mit ihrem langjährigen Chef Riccardo Chailly. Offenbar kam schon das erste der drei Konzerte nicht über eine gute Gewohnheitsleistung, wie man sie von einem so reputierten Orchester erwartet hinaus. Das zweite Konzert brachte mit den Sinfonischen Metamorphosen von Paul Hindemith ein etwas lärmiges und auf Effekte bedachtes Werk. Zum Schluss gab das Orchester ohne erkenntliche Vorankündigung die zweite Sinfonie anstelle der im Programm angekündigten dritten von Brahms, doch eigentlich war der Berichterstatter nach Luzern gereist um der Uraufführung des neusten Werks von Wolfgang Rihm willen, einer Auftragskomposition für Orchester und Orgel. Dieses zwanzigminütige Werk bettet die Orgel fast völlig in eine sehr reiche Palette von Orchesterfarben ein, vermischt sich auch mit einzelnen Instrumenten etwa einer Gruppe von Holzblasinstrumenten, die vorne beim Dirigenten sitzt oder beeinflusst beinahe unmerklich den vielfach aufgefächerten und ungemein subtil ausgehörten Orchesterklang. Rihm setzt in seinem neuen Stück auf eine durchgehende Melodie, er beginnt und endet in zartesten Klängen, erreicht aber im zentralen Teil auch richtige Klanggewitter, an denen sich die beiden „Orchester" (die Orgel wird laut dem Komponisten gleichsam als zweites Orchester behandelt) gleichermassen beteiligen. Orchester, Dirigent und der Organist Leo van Doeselaar setzten sich für dieses Werk mit aller Sorgfalt und auch Vehemenz ein.

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4.8.2003

Musikfestival Verbier : EINE BILANZ

Glückliche Menschen will er sehen

Das Verbier Festival ging mit Mozarts «Jupiter»-Sinfonie und der «Fünften» von Mahler zu Ende. James Levine brachte das UBS Verbier Festival Youth Orchestra nochmals zu einer sehr eindrücklichen Leistung.

DANIEL ANDRES

Glückliche Menschen auch am Schlusstag des zehnten Musik-Festivalsommers im Walliser Dorf Verbier. Glücklich sicher auch die nicht wenigen Leute, die die Erarbeitung der fünften Mahler-Sinfonie von der ersten Probe bis zum Konzert verfolgen konnten, dank der Verbier-Regelung, wonach alle Proben öffentlich sind. «Glückliche Menschen, glückliche Musiker, glückliche Studenten und eine nette Atmosphäre, mehr noch als frühere Jahre, das ist das wichtigste Ergebnis für mich.» So der Festivaldirektor Martin Engström am Ende des 17-tägigen Musikmarathons. James Levine arbeitete mit seinen ausserordentlich begabten jungen Musikern in den Proben hart und konzentriert. So konnte er viele Feinheiten der Partitur bei Mahler heraus modellieren, etwa die ganze Palette der piano-pianissimo- Abstufungen im Adagietto der Sinfonie. Er hatte hervorragende Blechbläser zur Verfügung, etwa den jungen ungarischen Trompeter, der seit vier Jahren dabei ist und fast unfehlbar und mit grossem Gespür bläst, eine fast makellose Hörnergruppe und wunderbar sensitive Holzbläser-Solistinnen und -Solisten. Auch die Mozart-Sinfonie geriet als gelungene Verbindung von Klarheit und Sensibilität.

Überrascht worden

Vorher war das Festivalorchester unter zwei anderen Dirigenten aufgetreten. Mit Christoph von Dohnanyi erlebte man einen der Höhepunkte des Festivals in Liedern von Schubert in Orchesterfassungen von Webern, Brahms, Offenbach und Reger mit dem unvergleichlichen Thomas Quasthoff als Solisten und der achten Sinfonie von Dvorak. Der blutjunge Finne Mikko Franck – mit seinen 23 Jahren bereits Chef in Brüssel –, der Esa-Pekka Salonen ersetzte, brillierte schlagtechnisch in der Ballettsuite «Der wunderbare Mandarin» von Bela Bartok. In der Begleitung der unberechenbaren Martha Argerich im ersten Klavierkonzert von Beethoven liess er sich mehr als einmal überraschen und in der fünften Sinfonie von Jean Sibelius konnte er gestalterisch keineswegs überzeugen.

Orkane von Beifall

Um auf Thomas Quasthoff zurück zu kommen: Der Bariton war in mehreren Auftritten die eigentliche Sensation des diesjährgen Festivals. Schon in den Orchesterliedern von Schubert, den Abend darauf mit Schuberts «Schwanengesang» erschütterte er das ausverkaufte Konzertzelt. In Brahms-Liedern und am zweit-letzten Abend mit Jean-Yves Thibaudet in Evergreens aus den USA, das heisst letztlich mit einer grenzenlos wandelbaren Stimme in allen Ausdrucksbereichen bis zur Louis Armstrong-Imitation und einem improvisierten Rap und dazu mit seinem so menschlichen Humor eroberte er sich alle Herzen und brachte das Publikum zu wahren Beifallsorkanen wie niemand sonst.

Wie will Martin Engström nach einem solchen Jubiläumsprogramm im nächsten Jahr noch attraktiv sein? «Das fragt man mich nach jedem Festival», meint er. «Wie ein Künstler, der nach jeder Glanzleistung beim nächsten Auftritt wieder auf der vollen Höhe sein muss. Und ich habe noch viele Ideen. Mit James Levine zusammen ist die Arbeit sehr inspirierend. Wir sind nicht immer einer Meinung, aber wir ergänzen uns trefflich. Dazu hat er von anderen Festivals jahrelange Erfahrung, was funktioniert und was nicht.»

Jetzt schon ist Verbier von morgens bis abends mit Musik erfüllt, mit Vormittagskonzerten in der Kirche, Auftritten der Studenten auf der Strasse und in Cafés, mit den Kursen, Proben und allabendlichen Konzerten, dazu noch gratis Spätkonzerte nachts um elf Uhr in der Kirche. «Was wir noch mehr machen möchten, ist Theater, zusätzlich zum Theaterkurs, den wir schon anbieten. Und weil viele Konzerte ausverkauft sind, möchten wir Alternativen bieten, z.B. sämtliche Klaviersonaten von Beethoven oder die Klavierkonzerte von Mozart in Zyklen mit jungen Künstlern. Auch für die Leute, die hier wohnen und sich vielleicht ein teures Konzertticket nicht leisten können.»

13-jähriger Künstler

In den Konzerten treten immer wieder sehr junge Künstler auf, dieses Jahr der 13-jährige Klarinettist Julian Bliss und der knapp zwanzigjährige Pianist Yundi Li, der bei DG schon einen Plattenvertrag hat. «Es ist mein Hobby, junge Talente zu entdecken und zu fördern», sagt Martin Engström.» Es macht mir auch Spass, wenn das Publikum positiv darauf reagiert. Und wir haben nicht nur ein enthusiastisches, sondern auch ein urteilsfähiges Publikum,» fügt er bei .

Eine Spezialität von Verbier sind die Kammermusikabende, an denen die unterschiedlichsten Künstler zusammen treffen. «Ich mache 95 Prozent der Programme», sagt Engström, «die Ideen kommen von mir und die Künstler machen mit. So hat Martha Argerich hier zum ersten Mal das erste Klaviertrio von Mendelssohn gespielt, oder das 1. Klavierquartett von Brahms, von dem demnächst die CD erscheint, oder dieses Jahr das Klavierquartett von Schumann. Ich wähle Orchesterwerke, die den Dirigenten liegen, die didaktisch fürs Orchester interessant sind, die dem Publikum gefallen und ich muss grosse Werke auswählen, damit möglichst alle der über hundert Orchestermusiker beschäftigt sind.»

Hat das von einer Grossbank finanzierte Orchester auch eine Zukunft? «Ich kann mir gar n icht vorstellen, dass man eine solche Erfolgsstory aufgibt.» Geht es nach der dritten, vierten und fünften Sinfonie von Mahler mit der sechsten, siebenten weiter? «Die sechste und erste haben wir früher schon im Programm gehabt, nächstes Jahr führen wir von Mahler die ‹Kindertotenlieder› mit Thomas Quasthoff auf. Mehr vom künftigen Programm will ich nicht verraten», schliesst Martin Engström.

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Juni 2003/15.06.03

Progetto Martha Argerich, Lugano

Ein Klavierfestival mit Martha Argerich und jungen Pianistinnen und Pianisten, welche die grosse Interpretin fördert. Für das breitere Publikum sind darunter erstaunliche Entdeckungen. Klaviermusik im breiteren Sinn: Solowerke, Werke mit Orchester und viel Kammermusik mit Klavier und vorwiegend Streichern. Unter den letzteren auch berühmte Namen wie der Cellist Mischa Maisky, die Violinistin Dora Schwarzberg, die Brüder Renaud und Gautier Capuçon.

Das erste Orchesterkonzert mit dem Orchestra della Svizzera Italiana unter der impulsiven Stabführung von Alexander Rabinovitch brachte das Violinknzert von Johannes Brahms mit Dora Schwarzberg, von Beethoven das 2. Klavierkonzert  mit Lylia Silverstein und das Tripelkonzert mit Renaud Capuçon, Mischa Maisky und Martha Argerich. Dora Schwarzberg interpretiert das Konzert von Brahms sehr frei ausschwingend und in freier Rhetorik. Es werden nicht Noten gespielt, sondern es wird Musik gemacht, in einer Haltung, die man nachschöpferisch nennt. Das Orchester und Rabinovitch gingen gut mit und setzten eigene Akzente, aber in Übereinstimmung mit der Auffassung der Solistin. 

Lilya Zilberstein im 2. Klavierkonzert quirlig, artikuliert und akzentuiert, "perlend" wie man sagt. Gespannt war man auf das Tripelkonzert, das immer ein Prüfstein ist und selten vollkommen gelingt, auch weil es häufig unterschätzt wird. Renaud Capuçon ersetzte den indisponierten Maxim Vengerov, der möglicherweise besser zu Maisky und der Argerich gepasst hätte. Aber der junge Geiger spielte schön und elegant und liess sich von den älteren Partnern mitreissen. Maisky und Arberich wie gewohnt mit überbordendem Temperament und glückseligen Momenten. Insgesamt eine Aufführung, die fesselnd war mit Ausnahme des allerletzten Schlusses, der seltsam unentschlossen endete. Und Maisky liess sich im Adagio die Gelegenheit zu einer Prachtskantilene entgehen und spielte das Thema eher kleingliedrig.

In der Kirche Sta Maria dei Angioli am folgenden Vormittag die Pianistin Giorgia Tomassi in einer etwas weichen und leicht überpedalisierten Partita B-Dur von Bach, Misha Dacic aus Ex-Jugoslawien in zwei späten Mazurken von Chopin und der "Danse macabre" von Saint-Saëns in der Bearbeitung Liszt-Horowitz nicht bloss brillant und technisch ohne Fehl, sondern auch doppelbödig hintergründig. Zusammen hörte man die zwei in vierhändigen Stücken von Patricelli, rhythmisch vertrackt, an die Etüden von Ligeti erinnernd und vergnüglich anzuhören. Bemerkenswerte Klangnüancen und hervorragende Übereinstimmung  anschliessend in der vierhändigen Version von Ravels "Rhapsodie espagnole".

Abends im Radiostudio Lugano Kammermusik vom Feinsten. Eine erstaunliche, ausgereifte und bewegende Widergabe von Schumanns Violinsonate d-moll mit Renaud Capuçon und der sehr jungen Russin Polina Leschenko. Eine üppige aber auch strukturell erfasste Interpretation des Klavierquartetts in c-moll op. 60 von Brahms mit Dora Schwarzberg, Nora Romanoff-Schwarzberg, Mischa Maisky und der Venezuelanerin Gabriela Montero. Dann eine lyrisch wie temperamentvoll ausgeführte Cellosonate op. 119 von Prokofieff und zum Schluss das ohne Vorbehalte und emphatisch bis zum Äussersten hingelegte Klavierquintett f-moll von César Franck. Die beiden Capuçon, Violine und Violoncello, Dora Schwarzberg und Lida Chen, 2. Violine und Viola, und am Flügel Alexandre Gurning, 30-jähriger gebürtiger Belgier, setzten sich für das Werk ein.

Das Programm im Internet unter http://www.rtsi.ch/trasm/argerich/welcome.cfm ist so ausgestaltet, dass man von den Werken und den Interpreten direkt zu den Biografien verlinkt ist und auf Real Audio kann man bereits die Aufnahme des Konzerts abhören.

Fortsetzung folgt.

Daniel Andres

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Verbier Festival & Academy 2001

Musikwerkstatt im Bergdorf

Das Musikfestival von Verbier ist am Sonntag mit einem Sinfoniekonzert des „UBS Verbier Festival Youth Orchestra" unter der Leitung von James Levine zu Ende gegangen.

Daniel Andres

Damit verabschiedete sich das über hundertköpfige Jugendorchester mit jungen Berufsmusikern aus 31 Nationen von einem wiederum begeisterten Publikum. Wiederum war es der unbedingte Einsatz des Orchesters, welche das ausverkaufte Zelt zu Ovationen hinriss. Doch jugendlicher Elan würde nicht genügen: es ist auch die hohe Professionalität der Spieler zwischen 16 und 27 Jahren, die immer wieder überzeugt hat. Die Sechste von Tschaikowsky hatte in den ersten Sätzen viel Power und Präzision, schloss aber mit einem durch und durch empfundenen Adagio, einem Abgesang ans Leben. Die Erste von Brahms war im ersten Satz etwas überhastet und in den Registern nicht ganz ausgewogen, Levine und das Orchester fanden aber ab dem zweiten Satz bis zum vorbildlich aufgebauten Finale zu einem typisch brahmsischen Streicherklang mit würdigen Einsätzen von Oboe, Solovioline und Horn sowie hervorragenden Interventionen des Blechs.

Das „UBS Verbier Festival Youth Orchestra" hat fürs Erste eine gesicherte Zukunft. Die UBS hat sich für die Finanzierung in den nächsten vier Jahren verpflichtet und James Levine wurde für die gleiche Dauer als künstlerischer Leiter vertraglich gebunden. Im kommenden Herbst wird es mit den Dirigenten Pavo Jäärvi und James Levine in sieben Städten Nord- und Südamerikas gastieren. Und nächstes Jahr wiederum die Sinfoniekonzerte in Verbier bestreiten, wofür die Dirigenten Kurt Masur, Zubin Mehta und Michael Tilson-Thomas neben Levine bereits zugesagt haben.

Einer der Festival-Höhepunkte dürfte das Konzert unter Wolfgang Sawallisch gewesen sein. Der achtzigjährige Altmeister verstand es an den Proben die jungen Spieler und auch die jungen Solisten in Beethovens Tripelkonzert (Lang Lang, Klavier, Sayaka Shoji, Violine, Jian Wang, Violoncello) mit knappen, aber goldrichtigen Anweisungen innert kürzester Zeit zu profilierten Interpretationen der Werke von Brahms, Beethoven und Schumann führte. Es ist selten, dass man das Tripelkonzert so musikalisch aus einem Guss hört.

Aber auch die dritte Sinfonie von Gustav Mahler mit der Altistin Birgitta Svenden war eine Herausforderung für das hervorragend besetzte Jugendorchester, die dieses unter James Levine spannend im ersten Satz, gelöst in den mittleren Teilen und voller Ruhe im abschliessenden sechsten Satz meisterte.

Kent Nagano und Mikhail Pletnev hatten Mühe, sich im Klavierkonzert b-moll von Tschaikowsky auf eine musikalische Linie zu einigen. Dagegen führte Nagano das Jugendorchester erfolg- und farbenreich durch die vollständige Ballettmusik von Strawinskis „Feuervogel". Am Pult des Orchester stand ganz zu Beginn schliesllich auch Yuri Temirkanov, der einen lärmigen Chatchaturian (Gayaneh), mit Martha Argerich ein knisterndes 3. Klavierkonzert von Prokofiev und eine zügige und dramatische Fünfte von Tschaikowsky bot.

 

Der Reiz von Verbier sind nicht bloss die zahlreichen zum Anfassen nahen Weltstars. Das Ziel von Festivaldirektor Martin Engström, aus Verbier im Sommer während gut zwei Wochen eine einzige grosse Musikwerkstatt zu machen, wurde dieses Jahr wie selten zuvor erreicht. Dazu tragen die öffentlichen Proben von Orchester und Kammermusikgruppen bei, die Möglichkeit fürs Publikum, dieses Jahr in Ausschnitten aus dem „Messias" von Händel mitzusingen, die späten allabendlichen Konzerte der Orchestermitglieder in der reformierten Kapelle und vor allem auch die „Academy" mit hervorragenden Musikpädagogen, an denen auch dieses Jahr je acht ausgewählte Teilnehmerinnen aus aller Welt teilnahmen. Vor allem der Kurs der über achtzigjährigen Ida Haendel weckte grosse Zustimmung. Und neben den grossen Namen treten am Festival auch zum Teil sehr junge Talente auf, von denen einige auf den ersten Sprossen einer viel versprechenden Karriereleiter stehen. Der 19-jährige Ilya Gringolts hat sich bereits bestätigt und kriegte neu einen Plattenvertrag mit der „Deutschen Grammophon", die junge Cellistin Han-Na Chang hat das Publikum in einem Rezital sehr überzeugt und die erst 16-jährige japanische Geigerin Sayaka Shoji dürfte wie die gleichaltrige Koreanerin Yura Lee und der 19-jährige Pianist Lang Lang vor einer aussichtsreichen Laufbahn stehen.

Gidon Kremer konnte in der Kammermusik mit Yuri Bashmet, Mischa Maisky und Martha Argerich überzeugen, nicht aber in seinem Auftritt mit der Kremerata Baltica, wobei es am Programm lag. Bearbeitungen von Tschaikowskys „Jahreszeiten", der Dante-Sonate von Liszt und von Tangos von Piazzolla und eine weitere Jahreszeiten-Komposition des Russen Leonod Arkad’yerich Desyatnikov waren wenig originell und ziemlich überflüssig und riefen eher Höflichkeitsapplaus denn Begeisterung hervor. Dafür zeigte sich der Pianist Manuel Ax als meisterlicher Gestalter und vor allem auch als einfühlsamer Kammermusiker, der Impulse gab, ohne sich in dern Vordergrund zu drängen.

Eher enttäuschend wiederum die tschechische Mezzosopranistin Magdalena Kozena. Sie hat einfach nicht die Stimme, als dass man begreifen könnte, warum sie derzeit so gepusht wird. Mehrere Leute, die in Verbier erstmals auftraten, konnten dagegen voll überzeugen, so der Pianist Leif Ove Andsnes oder der Geiger Laurent Korcia, welcher mit den sechs Sonaten für Violine-Solo von Eugène Ysaïe eine stark applaudierte und äusserst überzeugende Parforce-Leistung bot.

 

 

Catherine Plattner, Stimmführerin der 2. Violinen, stammt aus Genf und ist im zweiten Jahr Mitglied des „UBS Verbier Festival Youth Orchestra". Sie ist eine von drei Schweizern im Orchester, das Menschen aus 31 Nationen vereint.

 

„Ich habe mein Diplom in Genf beim SMPV (Schweizerischer Musikpädagogischer Verband) gemacht und keine Konzertausbildung absolviert. 1998 habe ich die Academy in Verbier besucht und mich dann für das Youth Orchestra beworben. Ich habe sonst nie Meisterkurse besucht. Umso überraschter war ich, als ich dieses Jahr als Stimmführerin der 2. Violinen gewählt wurde."

„Letztes Jahr gab es noch mehr Rotation unter den Streichern, doch in diesem Jahr sind die Positionen an den Pulten ziemlich fest. Wir alternieren noch als Stimmführer am ersten Pult. Aber als ich letztes Jahr an den hinteren Pulten sass, habe ich gemerkt, dass man auch da vollen Einsatz geben muss. Jedenfalls habe ich grossen Respekt vor allen Mitspielern."

„Das Orchester wird immer besser. Das merken auch die Dirigenten und fordern entsprechend immer mehr. Das spornt uns wiederum an und so steigt die Qualität dauernd an."

„Ich profitiere enorm von den Erfahrungen mit den verschiedenen Dirigenten. Normalerweise habe ich eine Stelle im „Orchestre de chambre de Genève", aber im Sommer und für die Tourneen möchte ich so lange wie möglich in diesem Orchester spielen, weil ich viel lerne und weil es unglaublich Freude macht."

 

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Verbier Festival&Academy 2000

3. August 2000

Verbier Festival

Zubin Mehta führt das Festival-Orchester zu Glanzleistungen

In "Scheharazade" von Rimsky-Korsakov und Strawisnkys  "Sacre du Printemps" führte Zubin Mehta vor, wie man aus einem Orchester von hundert hochbegabten und tüchtigen jungen Musikern einen Klangkörper von auserlesener Qualität machen kann.

Daniel Andres

Im ausverkauften Zelt von Verbier wurden "Russische Berge" erklommen. Der Gipfelsturm galt zwei gegensätzlichen aber farbenreichen Werken der russischen Schule Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Zunächst den Märchen aus "Tausendundeine Nacht", welche Nikolai Rimsky-Korsakov farbig und mit russisch-orientalischem Kolorit in vier Sätzen musikalisch illustriert hat. Schon das Eingangssolo der jungen bulgarischen Primgeigerin liess aufhorchen: mit edlem Ton und absolut lupenrein, dazu mit sensiblem Gespür hob sie zu den Erzählungen der Scheharazade an. Und die Freude des Hörgenusses hielt an bei Sindbads Seefahrten, den Abenteuern des Prinzen Kalender und dem Fest in Bagdad bis zum Schiffbruch von Sindbad. Herrliche Soli in allen Registern, wundervoll klingende Streicher (die eine intensive Arbeit des Dirigenten mit den jungen Musikern verrieten). Dazu kam einerseits die kluge Disposition des indischen Maestro, wobei er die leidenschaftlich und hingebungsvoll mitgehende Musikerschar mitunter auch am locker geführten Zügel hielt. Was hörbar ein zusätzlicher Ansporn war. Es war von Anfang bis Ende ein leckerer Genuss und eine wahre Freude.

Nach der Pause nahm sich die zusammengewürfelte Schar aus aller Welt an Igor Strawinskys frühes Meisterwerk vor. Wiederum waren meist tadellose Einzelleistungen zu bewundern, angefangen beim Fagottsolo des Beginns. Doch auch hier vermochte Zubin Mehta eine hervorragende Orchesterleistung zu erarbeiten. Und es wirkte alles so sicher, dass Zubin Mehta seine Energien darauf konzentrieren konnte, musikalische Impulse zu geben. Und so entstand eine Interpretation von ungeheurer Wucht einerseits, von fein abgestimmten Farben andererseits, etwa im Beginn des zweiten Teils. Und das ganze hatte einen Zug, eine zwingende Stringenz, die die Hörer unweigerlich in den Bann zog bis zu den Steigerungen in den rhythmisch komplexen Strukturen und Klangorgien des sakralen Schlusstanzes. Ein Klangfest, das zu Recht Begeisterungsstürme auslöste.

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28.Juli 2000

Verbier Festival

Trotz Stars jeden Tag eine Überraschung

Das Verbier Festival hat viele Gesichter. Fast 24 Stunden Festivalaktivitäten am Tag. Konzerte, Proben, Workshops, Kurse in Kirchen, Schulen, Hotels. Verbier entwickelt sich zum spannendsten Klassikfestival der Alpen.

Daniel Andres

Montag. Es regnet. Konzert um elf Uhr in der Kirche. Welche von mindestens sechs Kirchen? Die Serviertochter im Tea Room gibt freundlich Auskunft und Wegbeschreibung, „Höchstens fünf Minuten zu Fuss”, fügt sie an. Vor fast voller Kirche spielen der Cellist Ralph Kirshbaum und der Pianist Roger Vignoles. Beide Sonaten opus 102 von Beethoven als Eckpfeiler, Bach und Barber in der Mitte. In der Pause viel französisch, fast ebenso viel englisch, ab und zu schweizerdeutsch. Vor allem für die Beethoven-Interpretationen hat sich der Besuch gelohnt.

Nachmittags in einem Hotel. Trotz Schildern muss eine Waschfrau den Weg im unterirdischen Labyrinth zeigen. Zwischen Autos und Getränkeharassen die Tür zum Probelokal. Der Bratschist Yuri Bashmet erzählt Jean-Yves Thibaudet und Mischa Maisky gerade einen Witz. Maisky gibt noch einen darauf. Dann spielen sie das sehr ernste Trio für Klarinette, Cello und Klavier von Brahms in einer Version mit Bratsche anstatt Klarinette. Völlige Konzentration. Nach dem ersten Satz ärgert sich Maisky, dass er ins Schulhaus zu einer weiteren Probe sollte, aber bei diesem Regen einen grossen Umweg machen muss, wo doch das Schulhaus fast in direkter Linie unterhalb des Hotels liegt.

Abends Kammermusik im zu zwei Dritteln vollen Konzertzelt, das immerhin 1800 Plätze aufweist. James Levine hat das Programm bestimmt und die Künstler ausgewählt, “Carte blanche à Levine” heisst es. Hvorostovsky singt. “Alte Italiener, mal mas Neues”, sagt ein Besucher zu seiner Frau. Dann Tschaikowsky. Ein Wolkenbruch prasselt aufs Zeltdach. Bei Ravel hat der russische Bariton endgültig keine Chance mehr. Das Trommeln des Regens ist stärker. Festivaldirektor Engström verordnet eine Pause und bittet das Publikum, nach vorne zu rücken und auch auf der Bühne auf dem Boden Platz zu nehmen. Evgeny Kissin und James Levine sitzen zusammen an den Flügel, bis fast auf Körperberührung umringt von Zuhörern, und spielen Schuberts vierhändige Fantasie in f-moll. Ein Engel schwebt durch den Raum. Die zwei Pianisten wechseln die Plätze. Nun spielt Levine oben und Kissin unten. Man kann Ereignisse nicht planen. Manchmal treten sie einfach ein. Die “Lebensstürme” von Schubert sind plötzlich eins. Nach der Pause wieder Levine am Klavier, zu ihm gesellen sich Vadim Repin, Violine, der 18-jährige Wundervirtuose Ilya Gringolts spielt die zweite Geige, Yuri Bashmet die Bratsche, Lynn Harrell das Cello. Sie spielen Schumanns Klavierquintett. Vollkommen. Perfekt. Die fünf Weltklasse-Solisten finden sich mit grösster Hingabe in einem wundervollen Meisterwerk der romantischen Kammermusik. Eine glückliche halbe Stunde. Der Regen hat aufgehört.

Dienstag. Sonne über den frisch gewaschenen Bergen. In der Kirche ein Rezital des blutjungen Koreaners Dong-Hyek Lim. Der schmächtige Jüngling spielt mit einem Pokerface und scheinbar widerwillig. Aber wie ein Gott. Technisch kennt er keine Grenzen. Bei Schubert bringt er den prächtigen Flügel zum Singen, spielt eine leidenschaftliche, fast ruppige “Appassionata” von Beethoven und einen glasklaren Mozart. Zum Schluss “La Valse” von Ravel. Mit zehn schmalen Fingern bringt er ein Orchester zum Brodeln, die europäische Geschichte vom Wiener Kongress bis zum Untergang der Habsburg-Monarchie in einem Musikstück von vierzehn Minuten Dauer. Kann ein 16-jähriger Koreaner das verstehen?

In der Turnhalle des Schulhauses Probe mit Streichern des Orchesters und dem ungarischen Pianisten und Dirigenten Zoltan Kocsis. Kocsis nimmt es easy. Einige Stellen werden kontrolliert und korrigiert. Kocsis muss noch mit Gil Shaham eine Beethoven-Sonate proben. Shaham ist bereits da. Kocsis sitzt an den Flügel. Sie spielen auswendig den Beginn des ersten Satzes, sind sich schnell einig. „Fantastisch”, sagt Kocsis. Dann holt er die Noten. Das Tempo des zweiten Satzes wird angesprochen. „Etwas langsamer als Tempo di Menuetto“. Abgehakt. Der dritte Satz. Kocsis gibt das Tempo an. Shaham staunt. Sehr rasch. Aber kein Problem. Sie spielen einmal durch. Beide zufrieden. “Fantastisch”, wiederholt Kocsis.

Am Abend in der Kirche “Ungewöhnliche Begegnungen”. Nigel Kennedy mit Lynn Harrell und Stephen Kovacevich. Die Kirche ist heute gerammelt voll. Die Leute warten schon eine Stunde vor Beginn im Nieselregen, um einen unnummerierten Platz zu ergattern. Auf den verteilten Blättern ist ein anderes Programm als im Programmheft. Kennedy tritt mit Lynn Harrell auf. Er hat das Programm ein weiteres Mal umgestellt und erklärt dies mit Witzchen in seiner - sagen wir mal – unverwechselbaren Art.

Die beiden spielen Ravel. Ein melancholischer und zärtlicher Kennedy in der „Regenlied“-Sonate von Brahms. Es ist wundervoll. Dann Harrell mit Kovacevich in der ersten Cellosonate von Brahms. Von Werk zu Werk steigern sich die Ovationen. Nach dem folgenden Duo von Kodaly wähnt man sich an einem Rockkonzert. Der Jubel ist grenzenlos. Und die zwei Streicher spielen noch die Chaconne von Händel obendrauf. Harrell hat sich längst vom Edelpunk Kennedy anstecken lassen. Zwei Clowns. Ein grossartiger Abend.

Am Mittwoch doch noch in die Berge mit den zahlreichen Seilbahnen. Abends im Zelt „Carte blanche à Gil Shaham“. Shaham und Kocsis spielen eindrücklich die am Vortag kurz geprobte Beethoven-Sonate. Die Sensation folgt nach der Pause. Shaham mit Mischa Maisky und Martha Argerich im Klaviertrio in d-moll von Mendelssohn. Unbeschreiblich. So furioso wurde Mendelssohn noch nie aufgeführt. Agitato, Andante, das Glitzer-Scherzo in einem Höllentempo, aber von unnachahmlicher Leichtigkeit, das Finale con brio und appassionato. Die drei Stars in Hochform, das Publikum im vollen Zelt aus dem Häuschen.

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Verbier Festival  21. Juli 2000 

Abwechslung und Glanzlichter zur Eröffnung

Am Freitag  wurde in Verbier das siebente Festival eröffnet. James Levine dirigierte in einem Monsterprogramm das UBS Verbier Festival Youth Orchestra, ein Jugendorchester, das zum ersten Mal an die Öffentlichkeit trat.

 Daniel Andres

Das Jugendsinfonieorchester des Verbier Festivals wurde zum Star des Abends, obwohl der Dirigent wie die drei Solisten des Abends alle zur Weltspitze gehören. Aus 900 Kandidatinnen und Kandidaten aus 29 Ländern wurden 115 junge Musiker im Alter zwischen 17 und 29 Jahren erkoren. Sie bilden den Klangkörper, der die sechs Sinfoniekonzerte des Festivals unter veschiedenen Dirigenten der Weltklasse bestreitet. Am Eröffnungsabend stand James Levine am Pult, der auch während zehn Tagen das frisch zusammengewürfelte Orchester zu einer bemerkenswerten Einheit vorbereitet hatte.

Verbier ist insofern ein etwas besonderer Festivalort, als parallel zum Festival auch Instrumentalkurse stattfinden, zu denen nur handverlesene Teilnehmer Zutritt haben, und dass eine ganze Korona von Solisten der Weltspitze praktisch das ganze Festival hindurch im Bergdorf weilen und sich in den unterschiedlichsten Zusammensetzungen zu Kammermusik-konzerten und als Solisten in den Sinfoniekonzerten finden. So gab es bereits am Eröffnungskonzert drei Solisten und damit auch ein etwas bunt gemischtes Programm, das unterhaltsames mit tiefgründigerem verband.

Zum Auftakt erklang die schmissige Carnaval-Ouvertüre von Antonin Dvorak. Ein lebensbejahendes Werk, das fast symbolisch das jugendbetonte Festival eröffnete. Es brauchte bloss wenige Takte bis offenbar wurde, dass Orchester und Dirigent hervorragende Vorarbeit geleistet hatten. Es verband sich Präzision mit unwiderstehlichem Schwung, und im lyrischen Mittelteil konnte man Bläsersoli von wunderschönem Schmelz geniessen. Und genussvoll ging es weiter mit Gil Shaham, der die „Zigeunerweisen“ von Pablo de Sarasate mit Verve und Brillanz, auch in den schwierigsten Passagen mit einem genüsslichen Lächeln hinlegte. Und bei ihm klingen  selbst die vertracktesten Springbögen und Pizzicati der linken Hand noch makellos.

Gefahr war nun, dass die „Lieder eines fahrenden Gesellen“ von Gustav Mahler, mit einem ganz anderen musikalischen und kulturellen Hintergrund zum Show-Piece gerieten. Der Solist Dmitri Hvorostovsky vermochte es tatsächlich nicht, die traurigen und erschütternden Lieder in ihrem Gehalt auszuschöpfen. Schon sein Timbre und die mangelhafte Aussprache der deutschen Sprache bildeten da Hindernisse. Das Orchester betörte durch einen gepflegten und differenzierten Sound.

Vor der Pause gab es noch einmal einen Kontrast mit der „Rhapsody in Blue“ von Georges Gershwin. Eine Programmdramaturgie an diesem Abend schien es nicht zu geben, mit Ausnahme derer, das neugeborene Orchester in den verschiedensten Facetten zu zeigen. Die etwas gläserne Akustik im gegenüber früheren Jahren um dreihundert Plätze erweiterten Konzertzelt verhinderte trotz sichtbarem Einsatz der vorzüglichen Streicher einen sinnlichen Klang. Dafür trat jedes kleinste Detail hervor. Der Solist Jean-Yves Thibaudet legte es auch nicht auf Kraft und Tonfülle an, sondern bestach durch absolute Klarheit in den virtuosen Passagen. Das Orchester dazu makellos brillant, nicht nur der Solo-Klarinettist, auch die andern Holzbläsersolisten glänzten und dann vor allem die Blechgruppe mit herrlich genauen und dazu federnden Einsätzen. Erwähnen muss man hier auch noch die einsatzfreudige wie auch hochpräzise und um Differenzierung mit Erfolg bemühte Schlagzeuggruppe.

Nach diesem potpourriartigen Reigen konnte man gespannt sein, wie sich Dirigent und Orchester nach der Pause der grossen C-Dur-Sinfonie von Franz Schubert annehmen würden. Nun, vielleicht war das meisterliche Werk des jungen Sinfonikers, der es so anders als sein übermächtiger Zeitgenosse Beethoven machen wollte, nicht besonders tiefschürfend ausgelotet. Man schwelgte auch nicht in romantischer Geheimniswisperei. Trotzdem hörte man gerne und aufmerksam bis in den letzten Winkel des trotz einiger dunkler Stellen ja doch recht lebensfrohen Werkes hinein. Der Dirigent bot eine eher zügige, aber formal und dynamisch, aber auch in den Tempobeziehungen  hervorragend disponierte Interpretation. Und das Orchester folgte mit rückhaltlosem Einsatz in den Streichern, mit hochsensiblen Soli in Oboe, Flöte, Klarinette und Horn und mit vorbildlich abgestuften Grundierungen und Einwürfen des Blechs. Eine insgesamt sehr schwungvolle und doch atmende, bei allem Drängen nie überhetzte, eine freudige Auffassung des Werks, das die dunklen Stellen nicht ganz ausblendete, aber doch eher auf Optimismus setzte und an der man auch seine helle Freude haben durfte. Stehende Ovationen für Orchester und Dirigent mit einer Zugabe des ersten Ungarischen Tanzes von Brahms, der sich anstelle der Sinfonie dann prompt als Ohrwurm im Gehörgang festsetzte.

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Grosse Namen und noch unbekannte Künstler

Zehn Jahre sind genug: Howard Griffiths verlässt das Zürcher Kammerorchester, wenn Ende der kommenden Saison sein Vertrag ausläuft. Wer seine Nachfolge antritt, ist noch ein Geheimnis:

 "Er oder sie" sei zwar vom Orchester bereits einstimmig gewählt, sagte Geschäftsleiter Thomas Pfiffner vor den Medien. Die Vertragsverhandlungen seien aber noch nicht abgeschlossen.

Für das Jubiläumsjahr hat das ZKO ein abwechslungsreiches Programm, wie gewohnt mit grossen Namen und noch unbekannten Künstlern. Die schon traditionellen Zyklen wie "Barock in Zürich", "Meisterzyklus", "Mozart-Fest" und Kinderkonzerte "Kiko" fehlen ebensowenig wie die "Griffiths-typischen" Experimente mit Ungewohntem. Ein November-Wochenende ist ganz Haydn gewidmet.

Den Saison-Auftakt macht ein Konzert des ZKO mit dem türkischen Jazzmusiker Burhan Öçal im Jazzclub "Moods". Der Meisterzyklus umfasst sieben Konzerte unter anderem mit dem Beaux Arts Trio und dem Schweizer Starflötisten Maurice Steger.

An den sechs Barock-Konzerten wirkt das Basler Barockorchester "La Cetra" als Ensemble in Residence mit, der eigenwillige türkische Pianist Fazil Say ist im Rahmen des Mozart-Fests zu hören: Er spielt am Kinderkonzert "Mozart à la turca".

Gegen Saisonende dann, im Juni 2006, bringt Howard Griffiths das Kammerorchester mit mit Sängerinnen und Sängern des Opernstudios zusammen. Gespielt und gesungen werden zwei Seltenheiten von Mozart: "L'oca de Cairo" und "Der Schauspieldirektor". back to top

 

Luzerner Theater mit Uraufführungen

Sechs Uraufführungen und zwei Schweizer Erstaufführungen stehen auf dem Programm der Spielzeit 2005/06 des Luzerner Theaters. Auch Koproduktionen und neue Spielorte fallen im zweiten Spielplan unter Dominique Mentha auf. Das Musiktheater bringt das Auftragswerk "Gramma - Jardines de la Escritura". Die Kammeroper von José M. Sanchez-Verdu hat am 18. Mai 2006 in München und eine Woche später in Luzern Premiere.

Drei Uraufführungen steuert der Tanz unter Verena Weiss bei: "Tod und Teufel" (5. November 2005) sowie im nächsten Jahr "Tanz 2" und die spartenübergreifende Produktion "Don Quichotte", aufgeführt im alten Luzerner Zeughaus. Im Musiktheater wird 2006 Mozarts "Zaide" gegeben, kombiniert mit "Solimann II oder die drei Sultaninnen" von Joseph Martin Kraus, einem Zeitgenossen Mozarts. "Eugen Onegin" von Tschaikowsky wird von David Hermann in Szene gesetzt. Hinzu kommt "Oreste" von Georg Friedrich Händel.

Eher zur Sparte Unterhaltung zählt Dominique Mentha Rossinis "Barbier von Sevilla" (2. Oktober 2005) und "Eine Nacht in Venedig" von Johann Strauss (17. Dezember 2005).

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Marcello Viotti in München gestorben

Der international renommierte Waadtländer Dirigent Marcello Viotti ist in einer Münchner Klinik gestorben. Der 50-Jährige hatte vor einer Woche bei Proben in München einen Schlaganfall erlitten. Seither hatte er im Koma gelegen.

[sda] - Marcello Viotti wurde 1954 in Vallorbe VD geboren. Er studierte Klavier, Gesang und Cello am Lausanner Konservatorium. Der erste Preis am internationalen Dirigenten-Wettbewerb in San Remo beförderte seine Karriere.

Er dirigierte verschiedene Schweizer Symphonieorchester (unter anderem auch Biel), bevor er an die grossen Opernhäuser von Wien, Berlin, Brüssel, Paris, Mailand, New York und San Francisco gerufen wurde. Seit Januar 2002 war er musikalischer Direktor von La Fenice in Venedig, daneben wirkte er als Gastdirigent auf der ganzen Welt. Zuletzt stand er in einer konzertanten Aufführung von Vincenzo Bellinis "Norma" mit Edita Gruberova in der Wiener Staatsoper am Pult.

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Basler  MuseumsMusikWoche

Vom 2. bis 10. April 2005 findet bereits zum vierten Mal die Basler MuseumsMusikWoche les muséiques unter der künstlerischen Leitung von Gidon Kremer statt.

les muséiques bezieht weitere Museen in Deutschland und Frankreich in sein Programm ein und wird damit auch ein trinationales Festival. Der geographischen Ausdehnung entspricht auch eine Erweiterung der Spielorte in der Stadt Basel

selber und im Kanton Basel-Landschaft.

les muséiques bezieht erstmals Musik des 17. und 18. Jahrhunderts in historischer Aufführungspraxis ein. Die Ensembles Musica Fiorita und La Cetra markieren der Gegenpol zu Konzerten, in denen schwergewichtig Musik des 20. Jahrhunderts erklingt.

Der Intendant des Festivals Gidon Kremer wurde soeben mit dem Grand Prix de la Presse Musicale Internationale ausgezeichnet. Die Entdeckung und Förderung junger SpitzenmusikerInnen in Kombination mit erfahrenen Weltstars liegt Gidon Kremer ebenso am Herzen wie das Aufführen von noch nie oder selten gespielten Werken der Musikliteratur der letzten 5 Jahrhunderte. Für beides sind die Museen der Region Basel der geeignete Spielort.

 

Weitere Informationen unter www.lesmuseiques.ch

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Claudio Abbado verlängert Vertrag in Luzern

Claudio Abbado hat seinen Vertrag als musikalischer Leiter des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA bis ins Jahr 2010 verlängert. Damit soll die künstlerische Kontinuität des im Sommer 2003 gegründeten Orchesters garantiert werden.

Neben der Residenz in Luzern sind Residenzprojekte in Rom (2005), Tokyo (2006) und New York (2007) geplant und die Bekanntheit des Klangkörpers auf internationaler Ebene ausgebaut werden.

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Unvollendete c-Moll-Messe von Mozart ergänzt

Der Leiter der Internationalen Bachakademie Stuttgart, Helmuth Rilling, dirigiert am Samstag in New York die Uraufführung einer ergänzten Fassung von Wolfgang Amadeus Mozarts c-Moll-Messe (KV 427).

Der US-Mozartforscher Robert Levin schuf im Auftrag der New Yorker Carnegie Hall und der Bachakademie in Stuttgart jetzt eine vollendete Fassung des von Mozart unvollendet hinterlassenen Werks. Bei seiner Arbeit nutzte Levin überlieferte Notizen Mozarts.

7 der 19 Sätze wurden neu geschaffen. Die Bearbeitung des Mozartforschers wird rund 80 Minuten dauern und damit eine halbe Stunde länger als die bisher üblichen Aufführungen sein.

Das Werk wird unter der Leitung von Rilling im März auch in Baden-Baden und Stuttgart zu hören sein

 

Musik-Kurswochen in Arosa europaweit mit dem grössten Angebot
[Bild: Keystone] --> Die Musik-Kurswochen Arosa haben sich zu der grössten Veranstaltung dieser Art in Europa entwickelt. Dieses Jahr werden sie zum 19. Mal durchgeführt. Der Trägerverein, der Kulturkreis Arosa, hat das Programm erneut ausgebaut.

Die Kurswochen im Bündner Tourismusort sind die grössten in Europa vor ähnlichen Veranstaltungen in Salzburg und in Nizza. Wie der Präsident des Kulturkreises, Christian Bushofer, auf Anfrage präzisierte, trifft dies sowohl auf die Zahl der teilnehmenden Musikerinnen und Musiker als auch die Zahl der Kurse zu.

Angeboten werden Lektionen für alle gängigen Instrumente. Chor- und Singwochen richten sich an Vokalistinnen und Vokalisten. Auch Exotischeres ist im Angebot: Für Mundhamonika, Alphorn und Didgeridoo, für afrikanisches Trommeln und selbst für Jodeln gibt es Anfängerkurse. Im Jazzbereich wird ein Improvisationskurs durchgeführt.

 Insgesamt werden in Arosa rund 1200 Musikerinnen und Musiker erwartet, wovon 150 Lehrerinnen und Lehrer.

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Das Trio Tecchler ist Gewinner des Prix CREDIT SUISSE Jeunes Solistes

Am 11. Dezember fand im grossen Saal der Hochschule für Musik und Theater in Zürich das Vorspiel für den Prix CREDIT SUISSE Jeunes Solistes statt. Die Jury unter dem Vorsitz von Daniel Fueter, dem Rektor der Hochschule für Musik und Theater, sprach den Preis einstimmig dem Schweizer Trio Tecchler zu.

Das Trio Tecchler mit Benjamin Engeli (Klavier), Esther Hoppe (Violine) und Maximilian Hornung (Violoncello), zeigte seit dem ersten gemeinsamen Musizieren, dass sich drei herausragende Künstler im Zusammenspiel auf idealste Weise ergänzen. Die drei begeisterten Kammermusiker arbeiten seit dem Herbst 2003 regelmässig zusammen und konzertierten bereits häufig in verschiedenen Städten der Schweiz und Deutschlands. Betreut wird das Tecchler Trio an der Musikhochschule Zürich durch Thomas Grossenbacher und erhält zusätzlich künstlerische Anregungen von Bernard Greenhouse, Bernard Haitink, Menahem Pressler und Gérard Wyss. Trotz seiner noch jungen Geschichte wurde das Trio bereits mit mehreren Preisen bedacht: Beim Géraldine Whittaker-Triowettbewerb in Neuchâtel, beim Deutschen Musikwettbewerb in Bonn und beim Internationalen Joseph Haydn-Wettbewerb in Wien. In Zusammenhang mit diesen Auszeichnungen erfolgten Aufnahmen bei Radio Suisse Romande, Deutschlandfunk und dem Österreichischen Rundfunk ORF.

Der Prix CREDIT SUISSE Jeunes Solistes wird von LUCERNE FESTIVAL, der Konferenz Musikhochschulen Schweiz (KMHS) und der Jubliäumsstiftung der Credit Suisse Group ausgerichtet. Er ist mit CHF 25'000.- dotiert und wird alle zwei Jahre (im Wechsel mit dem CREDIT SUISSE GROUP Young Artist Award) vergeben.

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Europäischer Kompositionspreis für den Freiburger André Ducret

Der Freiburger Chordirigent und Komponist André Ducret erhält den Europäischen AGEC-Kompositionspreis 2004. Er wird ihm am 24. Juli im Rahmen des Festivals Eurochor in der Kirche Saint-Michel in Freiburg überreicht.

André Ducret wurde 1945 in Freiburg geboren. 1970 gründete er den Choeur des XVI, seit 1976 leitet er zudem den Choeur Saint-Michel, beide geniessen internationales Renommee. Ducret unterrichtet Chorleitung und ist Gasttenor renommierter Orchester wie des Orchestre de la Suisse Romande und des Kammerorchesters Lausanne. Sein kompositorisches Werk umfasst über 400 Stücke.

Ducret nimmt die Auszeichnung im Rahmen des Treffens der Delegierten der Arbeitsgemeinschaft Europäischer Chorverbände entgegen. Eurochor ist aber auch eine eine Singwoche für Sängerinnen und Sänger im Alter zwischen 18 und 30 Jahren. Das Festival wird jedes Jahr von einem anderen Mitgliedsland organisiert, heuer vom Kantonalverband Luzerner Chöre.

Vom 17.­25. Juli 2004 singen in Hitzkirch LU rund 60 Teilnehmende aus neun Mitgliedsverbänden. Die Abschlusskonzerte finden am Freitag in der Jesuitenkirche Luzern und am Samstag in der Kirche Saint-Michel in Freiburg statt. In Freiburg werden auch die drei ausgezeichneten Choralwerke Ducrets uraufgeführt.

 

 

Original-Orchester-Partitur von "Hoffmanns Erzählungen" entdeckt

Mehr als 120 Jahre nach ihrer Entstehung ist die urspüngliche Orchester-Partitur von Jacques Offenbachs berühmtester Oper "Hoffmanns Erzählungen" in Paris entdeckt worden.

Wie die Pariser Oper bekannt gab, fand sich das verloren geglaubte Manuskript in einem Karton in der Opernbibliothek. Die wertvolle und musikhistorisch wichtige Partitur hatte seit dem Brand der Pariser Komischen Oper 1887 als verschollen gegolten.

Offenbach war 1819 in Köln geboren und 1880 an seinem langjährigen Wohnsitz Paris gestorben. "Hoffmanns Erzählungen" wurde 1881, wenige Monate nach dem Tod des Komponisten, von der damaligen Komischen Oper in der französischen Hauptstadt uraufgeführt.

Die Partituren des Singspiels wurde nach kurzer Zeit von Operndirektor Léon Carvalho und Orchesterchef Jules Danbé zusammengestrichen. Ernest Guiraud stellte eine neue Version zusammen, die lange Zeit als die endgültige Fassung galt.

 

 

Thomas Rösner neuer Chefdirigent des Bieler Symphonieorchesters

Der Österreicher Thomas Rösner wird ab Juli 2005 Chefdirigent des Bieler Symphonieorchesters. Er hat einen Vertrag für vier Jahre. Rösner löst Hans Urbanek ab, der seit dem Rücktritt von Marc Tardue vor zwei Jahren das Orchester leitet.

Rösner wurde 1973 in Wien geboren. Er studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. In der Saison 1998/99 war Rösner Assistent von Fabio Luisi beim Orchestre de la Suisse Romande.

Mit der 1995 von ihm gegründeten Sinfonietta Baden dirigierte Rösner etwa Konzerte beim Wiener Musiksommer "Klangbogen" und dem Brucknerfest Linz. Seit 2000 ist er zudem musikalischer Leiter des Opernfestivals "Operklosterneuburg" in Wien.

Sein Operndebüt gab Rösner 1998 in Rom mit Mozarts "Le nozze di Figaro". Er dirigierte Ballettabende am Grand Théâtre de Genève und am Théâtre du Châtelet in Paris. In der Saison 2002/03 leitete er unter anderem Mozarts "Così fan tutte" in Bordeaux sowie in Biel/Solothurn "Hoffmanns Erzählungen".

Am Mittwoch dirigiert Rösner in Biel ein Abonnementskonzert mit Haydn und Schumann. Am 23. Mai folgt in Bordeaux der Uraufführung der Oper "Les Rois" von Philippe Fenelon.

 

Auftakt für Jubiläum "500 Jahre Musikerfamilie Bach" "Ich habe fleissig seyn müssen". Diese Äusserung Johann Sebastian Bachs (1685-1750) über seine Kindheit in Eisenach steht über einer Ausstellung, die am Sonntag im Bachhaus eröffnet wurde.

"Erstmals wird damit die Kindheit des Komponisten in einer eigenen Schau ausführlich dokumentiert", sagte Museumsdirektorin Franziska Nentwig. Die Eröffnung zum 319. Geburtstag Bachs war zugleich offizieller Auftakt des Jubiläums "500 Jahre Musikerfamilie Bach".
Thüringen erinnert 2004 an das Wirken der europaweit agierenden Musikerfamilie, deren berühmtester Spross Johann Sebastian war. Über sieben Generationen stellte sie Organisten, Kapellmeister und Stadtpfeifer.
 

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Auszeichnung für die  Violoncellistin Sol Gabetta 

Das Vorspiel für den «CREDIT SUISSE GROUP Young Artist Award» fand im Brahms-Saal der Gesellschaft der Musikfreunde Wien statt. Die Jury unter dem Vorsitz von Michael Haefliger, Intendant von LUCERNE FESTIVAL, vergab den Preis an die Violoncellistin Sol Gabetta.

Sol Gabetta wurde 1981 in Argentinien geboren und studierte an der Musik Akademie Basel bei Prof. Ivan Moniguetti. 1999 erhielt sie das Solistendiplom «mit Auszeichnung». Weitere Studien bei Gérard Wyss in Kammermusik folgten.
Als Solistin musizierte sie bereits mit u.a. dem Buenos Aries Philharmonic, dem Basler Sinfonieorchester, dem Orchestre National de France, dem Symphonic Orchestra of Mexico und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.
Sol Gabetta wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet: 1991 gewann sie drei erste Preise bei Intern. Wettbewerben in Argentinien und Spanien. Es folgten der Rapp-Preis der Musik-Akademie Basel, Preise bei der Bourse des Jeunes Interprètes von RSR, dem Concours de Lausanne, dem Luis Sigall-Wettbewerb/Chile, dem Rostropowitsch-Wettbewerb/Paris, dem Tschaikowsky Wettbewerb/Moskau sowie beim ARD-Wettbewerb/München. Im Jahr 2001 wurde Sol Gabetta mit dem «Prix Credit Suisse Jeunes Solistes» ausgezeichnet.

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BBC überträgt tonlose Komposition von John Cage live im Radio


US-Komponist John Cage (Archiv) [Bild: Keystone]

Der britische Sender BBC will am Freitag in seinem dritten Radioprogramm eine ungewöhnliche und bislang im öffentlichen britischen Radio noch nie dargebotene Komposition des US-Komponisten John Cage zu Gehör bringen.

[sda] - Das als Meisterwerk des musikalischen Minimalismus angekündigte Stück "4'33" dauert exakt vier Minuten und 33 Sekunden und kommt ohne jeden Ton aus. Interpretiert wird das Stück aus dem Jahr 1953 nach Angaben des Senders live von einem Symphonieorchester im Barbican-Konzertsaal in London.

Nach Einschätzung des Pianisten David Tudor, der sich als Interpret experimenteller Musik einen Namen machte, handelt es sich bei dem Werk um "eine der intensivsten Hörerfahrungen, die man machen kann". Die BBC-Techniker müssen laut Sender allerdings dafür sorgen, dass sich das BBC-Notsystem nicht aktiviert, dass bei plötzlichen Programmausfällen automatisch Alarm schlägt.

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Neuer Chefdirigent für das Luzerner Sinfonieorchester


Dirigent liest eine Partitur (Archiv) [Bild: Keystone]

John Axelrod wird ab der Saison 2004/2005 Chefdirigent des Luzerner Sinfoniorchesters und Musikdirektor des Luzerner Theaters. Er löst Christian Arming ab. Der 37-jährige Axelrod gilt als kreativer Dirigent der jungen Generation.

John Axelrod stammt aus Houston (Texas). Er studierte in Harvard Klavier (Klassik und Jazz), Komposition, Orchestrierung und Dirigieren. Er gründete das OrchestraX, mit dem er sich um ein jüngeres Publikum bemühte.
Axelrod ist Chefdirigent der Sinfoniettea Cracovia. Das Handwerk des Operndirigenten erlernte er als Assistent von Christoph Eschenbach in Bayreuth.
Auf Beginn der neuen Saison wird auch das Luzerner Theater mit Dominique Mentha als Nachfolger von Barbara Mundel eine neue Leitung erhalten. Es dürfte damit zu neuen Akzenten im Luzerner Kulturleben kommen.

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Luzerner Mozart-Preis für Brigitte Lang und Ivo Gass

Mit dem Flötenoktett Anna-Katharina Graf sind die Mozart-Tage Luzern 2004 eröffnet worden. Sie umfassen 17 Konzerte und dauern bis zum 25. Januar. Der Mozart-Preis geht in diesem Jahr an Brigitte Lang und Ivo Gass.

[sda] - Der mit 30 000 Franken dotierte Mozart-Preis wird den Preisträgern am 25. Januar übergeben. Die Violinistin Brigitte Lang und der Hornist Ivo Gass erhalten den Preis für ihre ausserordentliche Leistung im Rahmen ihrer Aufritte mit dem Lucerne Festival Orchestra.
Auf die Ausrichtung eines Förderpreises verzichtet die Axelle und Max Koch-Kulturstiftung in diesem Jahr. Sie stellt den drei Fakultäten der Musikhoschule Luzern jedoch 20 000 Franken für individuelle Leistungsförderung zur Verfügung.

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LUCERNE FESTIVAL ACADEMY erteilt zwei Kompositionsaufträge

Die von Pierre Boulez geleitete LUCERNE FESTIVAL ACADEMY soll auch Wiege und Forum für neueste Musik werden. Für das Akademieorchester werden daher alle drei Jahre Aufträge an zwei junge, viel versprechende Komponisten vergeben. Die Bedingungen, unter denen diese Werke entstehen und reifen können, sind einzigartig. Der Schaffensprozess erstreckt sich über zwei Jahre hinweg. In diesem Zeitraum haben die Komponisten Gelegenheit, ihr Werk zu schreiben, mit dem Orchester auszuprobieren und zu verfeinern.
Die ersten Kompositionsaufträge erteilte die LUCERNE FESTIVAL ACADEMY an den jungen Franzosen Christophe Bertrand sowie den in London lebenden Japaner Dai Fujikura.

Christoph Bertrand wurde 1981 geboren und studierte Komposition bei Ivan Fedele am Conservatoire de Strasbourg. Er bildete sich am IRCAM in Paris weiter und besuchte Meisterklassen bei Philippe Hurel, Tristan Murail, Brian Ferneyhough, Jonathan Harvey und Marco Stroppa. Schon während seiner Studienjahre erhielt er mehrere Kompositionspreise. Mehrere Festivals und Ensembles in Frankreich haben ihm Kompositionsaufträge erteilt. Seine Komposition «Yet», ein Auftragswerk des Ensemble Intercontemporain, wurde im vergangenen Jahr durch dieses Ensemble unter der Leitung von Jonathan Nott am Strassburger Festival Musica uraufgeführt.

Dai Fujikura wurde 1977 in Osaka geboren und kam als 15jähriger nach Europa. Zunächst studierte er am Trinity College of Music bei Daryl Runswick, danach am Royal College of Music bei Edwin Roxburgh und inzwischen am King's College in London. Sein Lehrer ist George Benjamin. 1998 gewann er sowohl den Intern. Serocki Kompositionswettbewerb als auch den Young Composers Award des renommierten Huddersfield Festivals für Zeitgenössische Musik. Seine Werke wurden an mehreren englischen Musikfestivals aufgeführt. Das Orchester des polnischen Rundfunks führte 1999 sein Orchesterwerk «Children» vor. Das Schweizer Publikum konnnte seine Musik beim Europäischen Musikmonat in Basel 2002 hören.

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Bieler Kulturpreis für Martin Schütz

Der Cellist und Komponist Martin Schütz erhielt am Sonntag den mit 10'000 Franken dotierten Kulturpreis 2003 der Stadt Biel.

Martin Schütz ist Mitglied des Avantgarde-Jazztrios Koch-Schütz-Studer. Er hat sich auch einen Namen gemacht als Komponist, Improvisator und Live-Musiker in Theater-, Film- und Hörspielproduktionen, zurzeit in "Dantons Tod" von Georg Büchner. Das Stück geht unter der Regie von Christoph Marthaler im Zürcher Schuffsbau demnächst in Premiere.

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Beethoven-Manuskript für 1,68 Millionen Euro versteigert


Beethoven-Skript versteigert (Archiv) [Bild: Keystone]

Ein Manuskript von Ludwig van Beethoven (1770-1827) ist in London für umgerechnet rund 1,68 Mio. Euro versteigert worden. Die Summe lag damit am unteren Ende des Schätzpreises.

[sda] - Der Käufer sei ein telefonisch mitbietender Privatmann gewesen, der anonym bleiben wolle, sagte ein Sprecher des Auktionshauses Sotheby's. Bei dem Manuskript mit vielen letzten handschriftlichen Änderungen des Komponisten handelt es sich um das 31-seitige Scherzo des Streichquartetts Op. 127, das im Auftrag des russischen Prinzen Galitzin entstand.
Es gibt nach Angaben von Sotheby's einen guten Eindruck davon, wie der bereits ertaubte Komponist arbeitete: wie er noch bis zuletzt durchstrich, veränderte und lange Passagen hinzufügte. "Wir können auf diesen Seiten Beethovens Kreativität in Aktion sehen", sagte ein Sprecher des Auktionshauses.
Das Manuskript befand sich bisher im Besitz einer schwedischen Musikstiftung, die mit dem Verkauf ihre Zukunft sichern will.

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Waadtländer Komponist Jean-François Bovard 55-jährig gestorben


Jean-François Bovard (Archiv) [Bild: Keystone]

Der Waadtländer Komponist und Posaunist Jean-François Bovard ist im Alter von 55 Jahren gestorben. Das teilt seine Familie mit.

[sda] - Bovard wurde vor allem als Komponist für die "Fêtes des Vignerons" bekannt. Der Lausanner, der gleichermassen bewandert war in der Klassik, dem Jazz und der Volksmusik, war ein sehr produktiver Komponist.
Er schrieb Partituren für Blasorchester, Chöre, Symphonieorchester, vom Jazz bis zur Bühnen-, Ballett- und Filmmusik. 2001 hatte er den Grossen Preis der Waadtländer Stiftung "pour la promotion et la création artistiques" erhalten.
Jean-François Bovard wurde 1948 in Lausanne geboren, wo er später am Konservatorium Posaune studierte. Ab 1968 arbeitete er für das Kammerorchester Lausanne. Seit 1981 gehörte er dem Quartett BBFC an. Die Gruppe widmete sich der experimentelle Musik nahe dem "Free Jazz" und veröffentlichte neun Alben, bevor sie sich 1991 auflöste.
Ab 1993 kreierte Bovard mehrere Schauspiele mit der Bläserformation Compagnie d'Eustache, die 1997 in Bovard Orchestra umbenannt wurde.
Anlässlich der Expo.02 verfasste Bovard die Musik für den Eröffnungstag. Seine letzte Komposition "L'enfant qui n'avait pas de nom" war im April 2003 in Bulle uraufgeführt worden.

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Concours Nicati in Biel

Fünf Preise für Interpreten zeitgenössischer Musik

Die Jury des Concours Nicati, einem internationalen Wettbewerb für die Interpretation zeitgenössischer Musik hat am Sonntagabend fünf Preisträger gekürt, aber keinen ersten Preis vergeben.

dab. Die höchste Auszeichnung, einen mit 7'000 Euro dotierten zweiten Preis erhielt die mexikanische Gitarristin Miriam Fernández. Drei dritte Preise zu je 5'000 Euro gingen an die deutsche Blockflötistin Antje Hensel, die polnische Sopranistin Agata Zubel-Moc und den koreanischen Pianisten Hue-Am Park. Und schliesslich erspielte sich der schwedische Saxophonist Johannes Thorell einen mit 3'000 Euro ausstaffierten vierten Preis.Die fünf Preisträger mussten sich am Samstag und am Sonntag gegen fünf weitere Finalisten durchsetzen.  Dem international zusammengesetzten Preisgericht aus Luisa Castellani (Italien) , Christophe Desjardins (Frankreich), Ulrich Gasser (Schweiz), Ernesto Molinari (Österreich), Dominique My (Frankreich), Pierre Sublet (Schweiz) und Jürg Wyttenbach (Schweiz) wurde die Aufgabe nicht leicht gemacht. Über achtzig Bewerberinnen aus aller Welt hatten sich für den zum zweiten Mal lancierten aber erstmals international ausgeschriebenen Preis gemeldet, wovon 71 Interpreten aus 23 Ländern zugelassen wurden. Jeder Teilnehmer hatte  mindestens ein Werk eines Schweizer Komponisten vorzutragen. 42 CH-Komponisten kamen so zum „Privileg", an diesem Wettbewerb mindestens einmal aufgeführt zu werden. 

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Strömungsmechaniker aus Dresden revolutioniert das Fagott

Mit Hilfe der Strömungsmechanik ist dem Institutsdirektor für Luft- und Raumfahrttechnik an der Technischen Universität Dresden, Roger Grundmann, die Revolutionierung des Holzblasinstrumentes Fagott gelungen.

[sda] - Wie die Hochschule am Dienstag mitteilte untersuchte Grundmann den so genannten S-Bogen, das doppelt gekrümmte metallene Verbindungsrohr zwischen Mundstück und Instrument. Er optimierte das Bauteil und erreichte bis zu 40 Prozent geringere Reibungswerte.
"Der Musiker muss also weniger stark blasen und hat mehr Kraft, um den Ton zu modulieren", sagte Grundmann. Künstler der Sächsischen Staatskapelle und der Landesbühnen Sachsen zeigten sich den Angaben zufolge begeistert von seiner Neuerung. Auch Fagott-Bauer seien überzeugt, sagte Grundmann. Auf den neuen S-Bogen wurde ein Patent angemeldet.
Der Wissenschaftler und Musiker begann im April mit seinen Forschungen. Er sei weltweit vermutlich der erste, der die Strömungsmechanik mit dem Instrumentenbau vereinigt habe, teilte die Hochschule mit.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft sicherte ihm Unterstützung für einen Fagott-Prüfstand zu. Grundmann kündigte an, seine Forschungen auf weitere Blasinstrumente auszuweiten.

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Chefdirigent Philippe Jordan verlässt Grazer Oper


Philippe Jordan verlässt Grazer Oper [Bild: Keystone]

Der Schweizer Dirigent Philippe Jordan will seinen Vertrag als Chefdirigent mit dem Opernhaus Graz nicht über den Herbst 2004 hinaus verlängern.

[sda] - Der seit September 2001 amtierende Orchesterleiter hat seinen Abgang den verantwortlichen Politikern der Stadt Graz und des österreichischen Landes Steiermark brieflich mitgeteilt.
Als Gründe nannte Jordan offene Personalfragen an den Vereinigten Bühnen Graz, die vor einer Neustrukturierung stehen, und Verzögerungen in der Budgetplanung.
Der 1974 in Zürich geborene Musiker, der in der kommenden Saison bei den Salzburger Festspielen die Mozart-Oper "Così fan tutte" dirigieren soll, will der Grazer Oper jedoch als Gastdirigent verbunden bleiben.

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Marek Janowski wird Leiter des Orchestre de la Suisse Romande

Marek Janowski wird künstlerischer und musikalischer Leiter des Orchestre de la Suisse Romande (OSR). Die Generalversammlung der Orchestermusiker hat seine Ernennung bestätigt.

[sda] - Marek Janowski war am 1. September vom Stiftungsrat zum Nachfolger von Pinchas Steinberg ernannt worden. Per 1. September 2004 übernimmt Janowski die künstlerische Leitung, und per 1. September 2005 wird er Musikdirektor des OSR, wie das Orchester mitteilte.
Der 64-jährige Dirigent hat mit zahlreichen Orchestern gearbeitet. Unter anderem leitete er die Dresdner Philharmonie und die Philharmoniker von Radio France. Gegenwärtig dirigiert er das Orchester von Radio Berlin

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Europäische Kulturpreise für Luzern

Das Lucerne Festival, die Luzerner Sammlung Rosengart und KKL-Architekt Jean Nouvel sind in Luzern mit Europäischen Kulturpreisen ausgezeichnet worden. Erste Preise waren schon am Freitag vergeben worden.

[sda] - Michael Haefliger als Leiter des Lucerne Festival wurde dafür gewürdigt, dass er das Festival als Podium für die künstlerischen Eliten etabliert und es zu einem europäischen Kulturereignis gestaltet hat.

Pianist und Dirigent Daniel Barenboim erhielt einen Pro-Humanitate-Preis, der ehemalige finnische Staatspräsident Martti Ahtisaari einen Euro-Atlantic-Bridge-Award.

Neben der Sammlung Rosengart wurde auch das Kunstmuseum Vaduz mit einem Kultur-Projekt-Preis ausgezeichnet. Weiter wurden Förderpreise an junge Musiker vergeben.

Die Europäischen Kulturpreisverleihungen stehen unter dem Patronat der Präsidenten des Europarates, des Europäischen Parlaments und der Europäischen Kommission. Die Europäische Kulturstiftung Pro Europa war 1993 in Basel gegründet worden.


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Violinist Tibor Varga im Wallis gestorben


Tibor Varga (Archiv) [Bild: Keystone]

Der ungarische Violinist Tibor Varga, der seit 48 Jahren im Wallis lebt, ist an seinem Wohnort Grimisuat VS gestorben. Der 82-jährige Musiker erlag einem Herzversagen, wie seine Tochter mitteilte.

[sda] - Seit 1966 lebte Tibor Varga im Wallis; der Wahlschweizer hatte einen Schweizer Pass. Seit dem 1. Januar 2003 war der weltbekannte Violinist, Begründer eines neuen Violinstils und Träger vieler hoher Auszeichnungen, an der Kunstuniversität Graz (A) als Vertragsprofessor tätig gewesen.
Als Vierjähriger begann der 1921 geborene Varga mit dem Geigenspiel. Als Zehnjähriger trat er mit dem Violinkonzert von Mendelssohn erstmals öffentlich auf, wobei man auf das grosse Talent des aus Györ stammenden Musikers aufmerksam wurde.
Als Jugendlicher besuchte Varga das Konservatorium in der Hauptstadt Budapest, wo er sich zum Violonisten und parallel dazu zum Komponisten ausbilden liess. Mit 14 unternahm er seine erste Konzertournee durch Europa.
Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs schrieb er sich an der philosophischen Fakultät der Universität Budapest ein. Nach dem Krieg trat er jedoch wieder als Geiger auf. Auf seinen weltweiten Tourneen stand er mit berühmten Dirigenten wie Bernstein, Fricsay, Furtwängler oder Ansermet auf der Bühne.
1947 kehrte er Ungarn endgültig den Rücken. Als Lehrer an der Musikakademie von Detmold in Deutschland, wo er zwischen 1949 und 1986 wirkte, schuf er sich internationalen Ruhm als Musikpädagoge. Nicht wenige Violinisten, die später selber berühmte Solisten wurden, haben eine seiner Meisterklassen besucht.
In Sitten gründete Varga eine Musikakademie, in der sich alljährlich Meister und Schüler aus aller Welt treffen. Ebenfalls auf Varga zurück geht das "Tibor Varga Festival" in Sitten. Auch der Violinisten-Wettbewerb kam dank seiner Initiative zustande.
1994 wurde der Maestro mit dem Walliser Kulturpreis ausgezeichnet. Varga hat auch Preise in Deutschland, Frankreich und Ungarn erhalten. Er war Ehrenbürger von Sitten und Grimisuat.

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Salopper Dirigent zum Abschluss der Salzburger Festspiele


Szene aus Woyzeck an Festspielen [Bild: Keystone]

Eine ungewöhnliche Situation für das traditionelle Salzburger Festspiel-Publikum: Ein Dirigent, salopp mit T-Shirt und Hos